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Wie du mit mehr Bewusstsein zu einer erfüllten Beziehung findest

Wie entwickelt jeder einzelne für sich selbst ein Bewusstsein für erfüllte Beziehungen?

Dieses Thema ist unglaublich komplex und ich versuche in meinen Ausführungen einige aus meiner Sicht wichtige Punkte zu erörtern und die tieferliegenden Ursachen davon zu beleuchten.

Der erste Kontakt im Leben und die wohl wichtigste Beziehung am Anfang deines Lebens ist die Beziehung zu deiner Mutter. Als Ungeborenes bist du bereits fühlend, wahrnehmend und aufnehmend, hier gehört die Empfängnis, Schwangerschaft, Geburt und die ersten Lebensjahre dazu.

Das heisst, dass dein psychisches Leben bereits vor der Geburt beginnt.

Diese Zeit prägt sich tief in dein Unterbewusstsein ein und formt deine Fähigkeit dich zu binden und dem gegenüber zu vertrauen und somit dein Urvertrauen ins Leben.

Wenn sich frühe Störungen dieser Bindung ereignet haben, können sich verschiedene Muster daraus entwickeln. Ich erlebe ich es regelmässig in meinen Sitzungen, dass traumatische Geburten weitreichende Folgen haben können. Massgeblich ist der Schweregrad der erlebten Schädigung, welche späteren Beziehungsmuster daraus entstehen.

Wie hast du die Beziehung deiner Eltern während deiner Kindheit erlebt?

Es gilt dir darüber klar zu werden, wie deine Eltern ihre Beziehung gelebt haben und was daraus immer noch in dir wirkt:

  • Wie haben sie ihre Konflikte ausgetragen?
  • Wie haben sie miteinander kommuniziert?
  • Welche Rolle musstest du zwischen den Eltern einnehmen, um das System auszugleichen?

Diese Beziehungsmuster werden übernommen und Kinder die immer wieder schwierigen Situationen ausgesetzt waren, die sie psychisch nicht bewältigen konnten, fällen dadurch innere Entscheidungen; z.B. «nie mehr werde ich mein Herz öffnen» oder «ich kann keinem wirklich trauen» oder «ich bin es nicht wert, dass ich geliebt werde» usw. diese Beschlüsse werden in der Regel wieder vergessen. Was aber nicht heisst, dass sie nicht mehr wirken!

Diese unbewusste Kraft führt ein Eigenleben und solche einschränkenden Überzeugungen können auch von den Eltern übernommen werden. Sie hemmen unsere Entwicklung und schränken uns ein. Aus solchen unbewussten Beschlüssen entstehen tiefe Glaubenssätze, die sich in das Unterbewusstsein des Kindes eingraben. Oft wiederholen sich diese Programmierungen, wenn wir grösser werden, erleben wir immer wieder die Bestätigungen dieser Sätze. Bis sich die Wahrnehmung so weit formt, dass die Umwelt durch diese Brille wahrgenommen wird!

Die Welt im Aussen ist so wie du im Innen bist

Welche Auswirkung hat die Beziehung zu deiner Mutter?

Die erlebte Beziehung zu deiner Mutter spiegelt sich heute in dir, wie du selbst die urweiblichen Prinzipien lebst, dies gilt für beide Geschlechter gleichermassen:

  • Meine Fähigkeit mich zu öffnen
  • Mein Zugang zu meiner Intuition und das Vertrauen in das Gegenüber
  • Mich einzulassen und es fliessen zu lassen.
  • Den Wert den ich mir selbst gebe
  • Wie ich zu innerer und äussere Füllen stehe

Hier ein praktisches Beispiel:

Eine Klientin erlebte die eigene Mutter als emotional schwach, sehr angepasst in der Beziehung zu ihrem Mann und mit einem sehr tiefen Selbstwertgefühl oft leidend. Sie fühlte sich schon früh in der Kindheit unbewusst verantwortlich für die Mutter und fing an sie zu emotional zu stützen. Sie fällte folgende Entscheide: «So wie meine Mutter werde ich nie» und «Gefühle zu zeigen bedeutet schwach zu sein»

Heute zeigt sich diese Thematik folgendermassen:

Sie hat äusserlich Mühe ihre Gefühle zu zeigen und wirkt hart. Sie übernimmt emotional die Verantwortung für ihren Partner. Sie hat Mühe ihre weibliche Seite auszuleben und lebt eher den männlichen Teil in der Beziehung. Ihr Partner lebt stärker das weibliche Prinzip in der Beziehung.

Erstes Fazit:

Sie hat unbewusst den Partner angezogen, der ihre eigene emotionale Abspaltung und die Glaubenssätze spiegelt. Sie wünschst sich das ihr Partner mehr den männlichen Teil übernimmt, kann aber nicht die Kontrolle abgeben und ihre weibliche Seite ausleben.

Welche Rolle spielt der eigene Vater?

Viele meiner Klienten haben den eigenen Vater als emotional abwesend oder sehr streng erlebt bis hin zu psychischen und körperlichen Übergriffen. Diese Beziehung oder eben nicht Beziehung spiegelt sich heute im männlichen Prinzip in dir selbst und dies gilt für beide Geschlechter gleichermassen:

  • Wie und wo kannst du klare Entscheidungen treffen und handeln?
  • Wie steht es um deine Umsetzungs- und Manifestationskraft?
  • Wie sichtbar bist du und zeigst dich in Konflikten?
  • Welcher Vision folgst du?

Hier ein praktisches Beispiel:

Ein Klient hat den eigenen Vater als unkontrolliert mit aggressiven Ausbrüchen erlebt. Er fühlte sich ausgeliefert und konnte sich nicht wehren, er fällte den inneren Beschluss: «So wie mein Vater werde ich nie», «Aggressionen sind zerstörerisch» er musste diesen Teil abgespalten und sich eine Überlebensstrategie erschaffen, um den emotionalen Schmerz, Angst und Wut nicht mehr fühlen zu müssen. Er fing an sich mehr nach den weiblichen Prinzipien auszurichten.

Heute zeigt sich diese Thematik folgendermassen:

Er hat Mühe die eigene Wut zu spüren und seine Gefühle wirklich auszudrücken. Er ist eher konfliktvermeidend, aber emotional oft kontrolliert und lebt stärker seine weibliche Seite aus. Es fehlt ihm an Selbstvertrauen und Durchsetzungskraft. Seine Partnerin hingegen lebt stärker den männlichen Teil in der Beziehung.

Zweites Fazit:

Er hat unbewusst das angezogen, wo er innerlich einem Konflikt unterliegt. Somit hat eine Verschiebung der Thematik stattgefunden und das Paar trägt Konflikte aus, die einen ganz anderen Ursprung haben. Diese Konflikte werden aber auf der Bühne der Partnerschaft ausagiert. Seine Partnerin dient als Spiegel der Anteile, die er unbewusst abgespalten hat.

An diesen beiden Beispielen wird deutlich, dass es schlicht weg nicht möglich ist, eine wirkliche Heilung in eine dieser Beziehungen zu bringen, wenn nicht beide Partner die tieferen Ursachen und den eigenen Anteil darin erkennen und integrieren.

Wie können solche Muster gelöst werden?

Eine Aufarbeitung der Geschichte ist immer ein Prozess. Doch am Anfang dieses Prozesses muss der Mensch bereit sein aufzuwachen. Das führt zur Bereitschaft die eigene Beziehungsrealität zu hinterfragen und zu erkennen woher Frau/Mann die Gefühle kennt, die der Partner bei mir auslöst. Dies führt unweigerlich dazu, sich seiner eigenen Glaubenssätze bewusst zu werden, erst dann können sie gelöst und erlöst werden.

Somit entsteht auf der Paarebene ein Feld, wo ein konstruktives Miteinander gestaltet werden kann. Wenn beide für die eigene Geschichte und das innere Kind Verantwortung übernehmen und nicht mehr der oder die Schuldige, für die eigenen Gefühle, im Aussen gesucht wird!

Massgebend das ein Paar den Weg aus den Konflikten findet, ist das Erkennen, wo bin ich innerlich aus der Beziehung ausgestiegen und diese Punkte gegenseitig offenzulegen und aufzuarbeiten.  Erst dann kann jeder für sich neu entscheiden, wieder in die Beziehung einzusteigen oder sie zu beenden. Das Thema Kommunikation ist ein zentraler Aspekt, damit ein gemeinsames Feld von wirklichem Kontakt und Nähe erschaffen werden kann. 

Du kannst im Aussen nur dann eine glückliche Beziehung auf Augenhöhe führen, wenn du in dir selbst eine stabile Beziehung zu deinem inneren Kind lebst!

Ich habe dir ein paar Fragen formuliert, die dir helfen sollen, für dich eine Standortbestimmung zu machen:

  • Welche Vorbilder von guten und zufriedenen Beziehungen hast du?
  • Wie erlebst du dich in deinen Freundschaften, Partnerbeziehungen und die Beziehung zu deinen Kindern aber auch in deinen beruflichen Beziehungen?
  • Wie offen kannst du über deine individuellen Bedürfnisse sprechen?
  • Wo fühlst du dich fremdgesteuert und kannst nicht aus dir heraus frei handeln?
  • Mit welchen Glaubenssätzen im Thema Beziehungen bist du gross geworden?
  • Wie gehst du selbst mit den Eigenschaften um, die du deinem Partner/in vorwirfst?
  • Wie reagierst du, wenn deine Erwartungen nicht erfüllt werden?
  • Welche Bereitschaft ist da, um dich wirklich auf Veränderungen einzulassen?

An dieser Auswahl von Fragen wird deutlich, wie komplex das ganze Thema ist. Und das viele Faktoren davon abhängen, wie du dich in deinen Beziehungen erlebst. Die Auswirkungen innerer Konflikte können sich in allen Beziehungsfeldern widerspiegeln privat wie beruflich.

Ein innerer Konflikt wird dir so lange gespiegelt, bis du in deinem Thema aufwachst und anfängst, für dich und dein Erleben die Verantwortung zu übernehmen.

Somit entscheidest du immer selbst, ob du in deinem Leben eine Nebenrolle spielst. Oder ob du auf eine Helden- oder Heldinnen Reise begibst und die Hauptrolle darin übernimmst. Um auf der Bühne des Lebens entweder eine nicht mehr endende Tragödie zu inszenieren oder ob du aufwachst und anfängst dir authentische Beziehungen zu erschaffen. Erst dann kannst du zum Schöpfer-in in deinem Leben werden und muss dich nicht mehr in alte Täter- Opferdynamiken retten. 

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